Zwei Gratistage

Interessiert vielleicht nicht jeden, aber für alle, die auch selbst publizieren wollen, hier mein zahlenlastiger, prosaischer Bericht von Tag 2 des kostenlosen Ebookverkaufs auf Amazon: 328 heruntergeladene Exemplare, drei Leserrezensionen, davon zwei von mir unbekannten Leuten, die beide eine Fortsetzung wollen. Platz 70 in den Top 100 “kostenfrei im Kindle Shop”, Platz 34 in der kostenlos-Rubrik “Belletristik”, Platz 9 bei “Humor” und nicht zu finden bei “Kurzgeschichten und Anthologien”. Wahrscheinlich wird die Platzierung nicht nur über die Gesamtsumme der Exemplare berechnet, sondern über einen Steigerungsquotienten. Wenn ich von 0 auf 101 Exemplare (am ersten Gratistag) steige, ist das eine extremere Steigerung als von 101 auf 328. Daher bin ich in der Humor-Rubrik wieder gesunken.

Nachdem meine Gratis-Aktion beendet war, habe ich zwei weitere Bücher verkauft, bin auf Rang 19.331 im Amazon Kindle Store gerutscht. Und habe auf der Frankfurter Buchmesse gleich am kindle direct publishing-Stand in Halle 8.0 nachgefragt, was ich denn jetzt so tun kann. Atif Ratiq, General Manager, war sehr freundlich und auch amerikanisch-begeistert “oh, that’s great, Nikola”, aber so richtig konnte er mir nicht helfen.

- Ich brauche einen Algorhythmus, der den Erfolg der Gratisaktion irgendwie zumindest einen Tag auf die Verkaufsversion umrechnet. Sonst bringt es mir nichts, etwas zu verschenken

- Ich brauche eine Funktion, die alle diejenigen, die das Buch gratis heruntergeladen haben, darüber informiert, dass ich eine Fortsetzung geschrieben habe (falls ich das tue)

Atif Ratiq meinte, beides käme bald, aber ein genaues Datum könnte er nicht sagen. Ich fragte: “In diesem Jahr oder im nächsten?” “Wahrscheinlich in diesem.” Na, bitte. Schaun wir mal. Bis dahin probiere ich auch andere Selfpublishingplattformen aus.

Nachtrag: Habe gerade unter den für den Virenschleuderpreis eingereichten Marketingkampagnen im Literaturbetrieb folgende Gratis-Aktion-Berichterstattung gefunden. Tina Folsom hat den Verkauf ihrer Vampirromane durch das Angebot eines kostenlosen Serienteils ziemlich gesteigert.

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6 Kommentare zu „Zwei Gratistage“

  1. Sandra sagt:

    Hast du dein E-Book nur bei Amazon eingestellt oder auch bei anderen? Ich habe einen Anbieter gefunden, der ein E-Book in verschiedenen Formaten automatisch bei vielen verschiedenen Plattformen einstellt: http://www.xinxii.com Schon mal gehört? Die machen das völlig kostenfrei und konvertieren auch deine Datei kostenlos. Wenn man in mehreren Shops vertreten ist, hat man doch auch höhrere Chancen von mehr Lesern wahr genommen zu werden. Man muss natürlich dann auch auf alle Plattformen verlinken, auf denen man verkauft – aber den Versuch wäre es wert.

  2. Nikola sagt:

    Ich hab das Ebook nur bei Amazon eingestellt, weil ich mal wissen wollte, wie das dort funktioniert. Ich werde jetzt auch andere Plattformen ausprobieren, danke für den Tipp! Hast du denn selbst schon mal etwas selfgepublisht (schreckliches Wort)?

  3. Sandra sagt:

    Hi Nikola, entschuldige die verspätete Antwort. Ich selbst habe bisher nur E-Books runter geladen – ich bin eine Vielleserin und habe nach günstigen Plattformen gesucht, auf denen ich günstige E-Books kaufne kann im ePub-Format. Dann bin ich bei XinXii gelandet und habe mich gefreut, dass es Bücher abseits von Amazon gibt, damit man einfach mal etwas anderes liest. Ich finde es toll, dass Leute, die schreiben können, aber keinen Verlag finden, solche Möglichkeiten haben und ich als Leser kann dann entscheiden, ob ich es gut finde oder nicht. Ich interessiere mich sehr für Indie-E-books und möchte diese Autoren gern unterstützen, in dem ich ihre E-Books kaufe!

  4. Nikola sagt:

    Ja, solche Plattformen sind richtig gut. Für vor allem englischsprachige Autoren gibts Wattpad, kennst du das? Ich frage mich im Moment, auf welchen Ebook-Plattformen man am ehesten Literatur-Literatur findet, also Klassiker und neue Texte digitalisiert. Für Klassiker finde ich Feedbooks ganz gut.

  5. Anna sagt:

    Liebe Nikola,
    ich bin auch am Experimentieren im Selfpublishing-Bereich (parallel zu “richtigen” Veröffentlichungen). Vielleicht bin ich etwas ungeduldig, weil ich ständig dabei bin, PR und Marketing zu betreiben, anstatt zu schreiben, vielleicht wird da aber auch etwas gehypt, das nur vereinzelt funktioniert – mit eBooks Geld zu verdienen.
    Ich habe heute am Tag der Veröffentlichung eines neuen eBooks eine Veschenkaktion. Eine erstaunliche Zahl – toll wäre es, wenn das Verkaufszahlen wären… Vielleicht funktioniert das eher im Bereich Scifi und Vampire, bei bereits eingeführten eBook-Autoren, bei Serien (da wärst du ja dann richtig).
    Xinxii finde ich aus ideellen Gründen gut, aber das Seiten-Layout finde ich noch nicht so ansprechend und die Verkaufszahlen haben mich bewegt, es bei kdp exklusiv zu versuchen. Dafür gibts bei xinxii Ansprechpartner für Fragen, es ist nicht so eine anonyme Machtkrake wie Amazon.
    Viel Glück dir unbekannterweise!

  6. Anna sagt:

    Liebe Nikola, danke für deine Grüße auf meinem Blog! Ob wir langsam Amazon (er)kennen? Hier jedenfalls meine Erfahrung zum Gratistag, noch ganz frisch: http://lindenauverlag.wordpress.com/category/selfpublishing/

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