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Internationale Kulturblogger gesucht!

Montag, 13. Dezember 2010

Auch für das Theatertreffen 2011 werden wieder theaterinteressierte, webaffine Schreiberinnen und Schreiber unter 35 Jahren gesucht. Infos zur Bewerbung (Bewerbungsschluss 31. Januar 2011).

Von Anfang an, und nicht gerade unbeeinflusst durch den Enthusiasmus seiner Fans, wirkte das Internet weniger wie eine Technologie sondern eher wie eine soziale Bewegung – wie der Kommunismus, Feminismus und Rock’n’Roll. Eine Ideologie, die wir Webismus nennen könnten. Während wir anderen Kinoanfangszeiten nachschlagen, Pullis kaufen und Jihad-Videos hochladen, rufen die Webisten eine neue Ära aus. The Editors, n+1

Ob das Internet uns schlau macht oder dumm, ob es unser Lesen fördert oder unsere Gehirne zermatscht, darüber herrscht keine Einigkeit. Unbestritten ist jedoch die Tatsache, dass ohne das Netz nicht mehr viel geht, dass sich ein Großteil des gesellschaftlichen Lebens über das Netz organisiert, sich im Netz widerspiegelt, wenn es nicht gar im Netz stattfindet. Das Netz sind wir, wir sind im Netz.

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Hinter den Kulissen: Iris Laufenberg, Leiterin des Theatertreffens, diskutiert mit den Theatertreffen-Bloggern 2010. Foto: Kim Keibel

Auch der Kulturbetrieb – Theater, Opernhäuser, Musiker, Tanzkompanien, Orchester, Künstler, Festivals – hat die digitalen Kanäle entdeckt, mit denen das Web zum „sozialen Web“ geworden ist: Facebook, Myspace und Twitter sind Plattformen, die prinzipiell jeder, der einen Internetzugang und einen Computer hat, kostenlos nutzen kann, um sich zu vernetzen, auf sich aufmerksam zu machen und sich mit anderen auszutauschen. Heute finden immer mehr Kulturdebatten online statt, allerdings nicht unbedingt auf den Webseiten der Zeitungen und Medienkonzerne, sondern eher zwischen Kulturkonsumenten und -produzenten in Communities. Diese Diskussionen sind grenzenlos. Auf Facebook können theoretisch 500 Millionen User in allen Ländern der Welt miteinander in Kontakt treten. Schon jetzt schicken sich Regisseure auf diesem Weg Links zu Videos, unterhalten sich Autoren und Journalisten miteinander über das Tagesgeschäft, schreiben Kuratoren Statusmeldungen von ihren Reisen. Die Kultur ist bereits im Netz – aber prägt sie es auch mit?

Um grenzüberschreitende, zeitgenössische Theaterdebatten im Internet bewusst zu fördern, werden für das Theatertreffen 2011 erstmals internationale Kulturblogger gesucht: Autoren, Fotografen, Videoblogger, Audioblogger, die sich mit aktuellen und gesellschaftlichen Strömungen beschäftigen und eine medial geprägte Zuschauerschaft, auch außerhalb Berlins und der deutschsprachigen Theaterszene, ansprechen. Die Blogger werden wie Journalisten akkreditiert und können wie „rasende Reporter“ eigene Schwerpunkte der Berichterstattung setzen. Damit unterstützt das Theatertreffen dezidiert neue Formen des Kulturjournalismus, stellt diese Formen mit Workshops und Seminaren aber in einen professionellen Kontext.

Das Theatertreffen widmet sich seit 2005 der Förderung junger Kulturjournalisten, seit zwei Jahren explizit der Förderung ihrer Online-Kenntnisse. Seit Beginn versteht sich das Theatertreffen-Blog journalistisch und medial als prozesshaftes, den sich wechselnden Umständen anpassendes Festivalfenster, um einerseits das klassische Feuilleton im Netz zu stärken, andererseits aber auch neue Formate der Kulturberichterstattung zu entwickeln. Dabei spielen klassische Rezensionen eine geringere Rolle ,– denn diese sind zu allen zum Theatertreffen eingeladenen Stücken schon zur Genüge vorhanden –, sondern das Blog will sich auf individuelle und innovative Weise dem Festival- und Theaterbetrieb nähern.

Inhaltlich und finanziell unterstützt wird das tt Blog 2011 erstmalig von der Rudolf Augstein Stiftung. Medienpartner sind seit 2005 die Berliner Zeitung, seit 2010 Kultiversum.

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Theater-Blogger gesucht

Montag, 21. Dezember 2009

Blick zurück nach vorne: In diesem Jahr hat das Theatertreffen der Berliner Festspiele die langjährige Festivalzeitung durch ein Theatertreffen-Blog ersetzt und verlagerte somit die Förderung des Journalistennachwuchses ins Netz. Sechs junge Kulturjournalisten und ein Fotograf berichteten crossmedial über Stücke, sprachen mit Schauspielerinnen (etwa mit Tatort-Kommissarin Maren Eggert) und Promis, begleiteten Bühnenbildaufbauten (Hier und Jetzt, Marat), interviewten Regisseure (Volker Lösch, Christoph Schlingensief - Audio, Video -, Joachim Meyerhoff, Andreas Kriegenburg, Katie Mitchell, Martin Kusej und sogar den nicht eingeladenen René Pollesch), befragten Theaterautoren zur ihrer Arbeit, z.B. Franz Xaver Kroetz, Pierre Notte oder Oliver Kluck, berichteten über Diskussionen und Parties. Der Stückemarkt-Gewinner und Autor Nis-Momme Stockmann erzählte auf dem tt-Blog von seinem ersten Theatererlebnis: “Mein erstes Mal mit Antigone”.

Jetzt können sich wieder Theater-interessierte Bloggerinnen und Blogger bewerben, für das tt-Blog 2010 und das wichtigste deutschsprachige Theaterfestival, das Theatertreffen 2010, online begleiten. Mehr Informationen hier.

Eröffnung mit Medienpartnern_480

Feierliche Freischaltung des tt-Blogs 2009 mit Medienpartnern, einige sind sogar im Bilde. Von links nach rechts: Nicole Gronemeyer, Theater der Zeit, David Hugendick und Adrian Pohr, ZEIT ONLINE. Nicht zu sehen ist Dirk Pilz, Berliner Zeitung. Und icke in der Mitte. Foto: Jan Zappner

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