Artikel-Schlagworte: „Geert Lovink“

Digitale Arbeitswelten

Freitag, 23. April 2010

Ich habe für die taz einen Essay geschrieben, darüber, wie sich digitale Arbeit organisieren lässt. Natürlich haben sich auch andere Leute zu diesem Thema viele Gedanken gemacht, einige erwähne ich in meinem Text. Daher stelle ich hier die Online-Dokumente für eine tiefergehende Lektüre zusammen: Charles Leadbeater schreibt auf der US-amerikanischen Intellektuellen-Plattform, der Frank Schirrmacher sein erstes Interview zu seinem Überforderungsbuch “Payback” gab, über “The Promise and the Threat of Cloud Culture“. Von einer Bedrohung mag Geert Lovink nicht sprechen, er nennt die Übermacht der Netzkulturen, bzw. ihren Einfluss auf unsere Zeitwahrnehmungen “Kolonialisierung der Echtzeit“.

Wie das allseits in Europa sehnlichst erwartete iPad Situationen – nicht nur Kommunikation – digitalisiert, erklärt Mercedes Bunz auf ihrem Blog: “The iPad is lovely, and it hangs out with you”. Sie weist aber auch darauf hin, dass Apple mit dem iPad keine offenen Situationen zulässt, sondern nur Tätigkeiten, die die jeweils gekauften Apps erlauben.  Die Zukunft liegt im Programmieren, meint sie. Das sehe ich ähnlich, für mich sind Programmierer gar die neuen Eliten. Sie bestimmten, was wir mit Computer machen dürfen (siehe auch Jaron Laniers Manifesto “You are not a Gadget“).

Immer noch aktuell, was die Unmöglichkeit betrifft, Zukunft zu planen, wenn man in kurzfristigen Abständen denkt und arbeitet, ist der schon fast klassische Essay von Pierre Bourdieu “Prekarität ist überall“, aus dem Jahr 1998.

Eine andere Form der Mediennutzung, eine, die vielleicht nicht so energie-absaugend und ermüdend ist, schlagen die Verfasser des slow media-Manifests vor. Hier mal der dritte Paragraph: “Slow Media fördern Monotasking: Slow Media lassen sich nicht nebenbei konsumieren, sondern provozieren die Konzentration der Nutzer. So wie die Herstellung eines guten Essens die volle Aufmerksamkeit aller Sinne eines Koches und seiner Gäste erfordert, können Slow Media nur in fokussierter Wachheit mit Genuss konsumiert werden.” Daher kommt jetzt kein Link mehr. Dieser Lesestoff reicht, oder? Ich wünsche gute Versenkung.

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