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Floristisches Emoticon

Freitag, 4. März 2011

Wie gratuliert man eigentlich einem Blog? Kommentare schreiben, floristische Emoticons  wie dieses hier >— entwickeln, überall verlinken? Ich versuchs mal mit einer kleinen Blog-Umschau und Presseverlinkung:

Im Februar feierten Studierende des Masterstudiengangs Angewandten Literaturwissenschaft, in welchem ich einen Lehrauftrag für das Modul “Neue Medien” habe und in meinen Seminaren praktisch und theoretisch kulturelle und literarische Netzthemen sowie Grundlagen des Bloggen vermittle, den 1-jährigen Geburtstag ihres Literatur- und Literaturbetriebsblogs Litaffin. Ich freue mich sehr über den universitären Pressewirbel, der um dieses Blog entstanden ist: Interview im Studierenden-Magazin Furios – was übrigens wirklich ein sehr gut gemachtes Magazin ist, mit einer durchdachten Themendramaturgie, Interviews, Meinungstexte, Kolumnen, Reportagen, Veranstaltungstipps, und einem eigenem Blick auf das Hochschulleben (Massenuni ist das aktuelle Thema), und Bericht auf campus.leben, dem Online-Magazin der Freien Universität.

Sehr lesenswert auf Litaffin finde ich die thematischen “Blog-Rundschauen”, eine zu E-Books, eine aktuelle zu Buchcovern.

Weitere universitäre Webprojekte an der FU sind das Magazin 360 Grad, das “studentische Magazin für Politik und Gesellschaft”, das Blog Notes of Berlin, in welchem ein FU-Student seine Fotos von urbanen Kleinanzeigen hochlädt (Tipp über Gisela Gross), die FU Userblogs, in denen Wissenschaftler ihre Forschungen vorstellen können. Allerdings scheint das kaum jemand zu nutzen, die Blogroll enthält nur vier Blogs, von denen zwei schon stillgelegt sind sind. Und schlussendlich das Blog von Elke Brüns, wissenschaftliche Mitarbeitern an der FU: Sie bloggt über kulturelle und soziale Konstruktionen von Armut auf Gespenst der Armut. Ein klares, kluges Themenblog.

Wer noch andere FU-Blogs kennt: Weitere Hinweise sind sehr willkommen!

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Best of

Freitag, 14. Januar 2011

Erst im Januar kommen viele Blogs dazu, über das vergangene Jahr nachzudenken. Ich begrüße es herzlich und finde es herrlich, dass das mediale Rauschen kurz anhält, dass die einschneidenden Online-Erlebnisse (vor allem im Format Text) noch einmal nach vorne geholt werden. Ich lese solche Sammelstellen viel lieber als diese ewigen Vor-Jahresende-Geschenketipp-Listen, die in Tageszeitung so beliebt sind. Kritiker X empfiehlt diesen “Neucomer”, “Altbekanntes”, “Immer wieder gerne”, “Bloß nicht”, …

Best of Feuilleton 2010 des Umblätterers. Christopher Schmidt, SZ, wird als Kritiker des Jahres ausgerufen, für seine meinungsstarken Verrisse von Thomas Hettche “Die Liebe der Väter” und Harald Martensteins “Gefühlte Nähe”.  Schmidt liest  beide Bücher als Vertreter einer “neuen Männerliteratur, die sich billiges revanchistisches Samenstaugewinsel auf die Fahne geschrieben hat und das für originell hält”. Yes!

Teresa Bücker blickt auf “Flannelapparel” mit einem Rolf Dieter Brinkmann-Gedicht auf diejenigen, die sich das digitale Vergessen wünschen, das Gegenteil des Best-of.

Jay Rosen fasst seine eigenen besten Gedanken 2010 in einer Liste zusammen. Oh, das hat er aber noch 2010 geschafft, wie ich gerade bemerke, und zwar am 18. Dezember. Also hatte er ab dem 19. Dezember keine erwähnenswerten Gedanken mehr…

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Auch Akademiker tun es

Freitag, 29. Januar 2010

Einer US-amerikanischen Studie zufolge twittern in den USA „nur“ etwa 30 Prozent aller Lehrenden, schrieb Campus Technology im August 2009. Wie ist das in Deutschland? Wo ist die bloggende Uni, der twitternde Professor? Kurz: Wie nutzt die Wissenschaft das Netz?

Mich beschäftigt dieses Thema, weil ich mit Studierenden der Angewandten Literaturwissenschaft in diesem Semester ein Institutsblog entwickelt habe, Litaffin, das einerseits in Inhalte des Studiengangs Einblick gibt, aber auch über studentische Projekte und allgemeine Themen des Literaturbetriebs informiert. Ich fragte mich, ob auch andere akademische Institutionen in Deutschland twittern, bloggen, und ob sie ihre Lehrinhalte über soziale Plattformen verbreiten. Angeblich haben die Kulturjournalisten an der Uni München ein Blog, aber wo? Die Kulturjournalisten an der Uni München stellen auf Cult-Zeitung, der “Onlineausgabe der Kulturzeitung der Bayerischen Theaterakademie”, ihre Theaterkritiken online – aber ist das ein Blog? Das beste europäische Uni-Blog, auf das ich gestoßen bin, hat der niederländische Medienphilosoph Geert Lovink bereits 2006 mit Studierenden entwickelt: Masters of Media, ein Research Blog.

Wer suchet, der findet, auch in Deutschland. Die Anglistin und Historikerin Gaby Mahlberg (Universität Potsdam, HU Berlin) bloggt und twittertHelga Hansen, Studierende der Zellbiologie und Journalistin, betreibt den Unifunk an der Universität Osnabrück, der sich auch als Blog versendet. Cornelius Puschmann, Anglist an der Universität Düsseldorf, macht seine Gedanken zugänglich über eine Feed-Seite, mit Twitter, neuem und altem Blog. Schließlich versammelt Lars Fischer auf Scilogs verschiedenste Wissenschaftsblogs.

Über all diese Projekte und Erfahrungen möchten wir gerne auf der re:publica mit Interessierten und “Betroffenen” sprechen. Unser Workshop, so er denn ins Programm der Konferenz aufgenommen wird, stellt universitäre Web 2.0-Projekte in den USA, Großbritannien und in Deutschland vor und fragt nach dem Verhältnis informeller Netz-Genres wie Blogs zu klassischen Fachpublikationen. Wir suchen mit den Teilnehmern nach Strategien, wie Universitäten die sozialen Medien stärker nutzen könnten, um den Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Gesellschaft zu verbessern. Mit dem Workshop starten wir ein Auch-Akademiker-tun-es-Blog, damit nach der Konferenz weiter über das Thema diskutiert werden kann.

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Einmal um den Block

Mittwoch, 9. September 2009

Wenn ich einmal um meinen Häuserblock laufe, lesen sich die Graffitis, Plakate, Tags auf den Wänden wie ein Kurzkommentar zu all dem, was Blogs heute können und tun: Meinung äußern, Informationen senden, Unterhaltung bieten, Menschen miteinander in Beziehung setzen. Weltweit. Iranische Blogger lassen sich nicht den Mund verbieten, in Deutschland entsteht eine Bürgerplattform für engagierte lokale Hilfsprojekte. Obamas Wahlkampfteam mobilisierte regionale Akteure, vor allem über ihre Vernetzung im Web. Aber nicht nur Politiker nutzen die interaktiven Möglichkeiten von Blog, Twitter, Youtube und co. Sogar Lyriker bloggen. Und jeder kann es tun: über das, was auf der Straße, bei der Arbeit, auf einer Demo, in der Freizeit, bei Konferenzen und auf Festivals passiert.

Poster- und Street-Art Impressionen von Wand zu Wand, unterlegt mit einem Berlin-Song der Indierockband Nördliche Gärten erzählen davon, was man so auf ein Blog schreiben könnte.

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