Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Aktuell

Donnerstag, 22. November 2012

November 2012 bis Januar 2013: Konzeption des neuen Webauftritts der Zeitschrift Kulturaustausch und App-Entwurf zusammen mit der Agentur bock&gärtner

Es war einmal mein Online-Literaturmag, das ich schriftstelle nannte. Es lebte zwischen 2001 und 2003, programmiert und designt von ein paar Freunden, welche ihre unabhängige Musikwebseite bubblehouse betrieben. Jetzt ist die schriftstelle zurück als Blog.

16. November: Writing Left-Tage im Brechthaus: Rery und ich lasen zum Thema “Links, rechts, geradeaus. Lust und Last politischer Kategorien” diesen Text vor.

Oktober: In der sehr bewegenden, aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Kulturaustausch Vom Sterben. Ein Heft über Leben und Tod liest sich ein Interview, das ich mit der Psychologin Joyce Chu über kulturelle Unterschiede beim Selbstmord geführt habe.

19. September: Eine aufgeregte Postbotin liefert die fünfte Nummer der Literaturzeitschrift randnummer. Darin Erstabdrucke aus dem Nachlass Walter Höllerers, ein Essay von Charles Bernstein, aber auch zwei Prosagedichte des kolumbianischen Autors John Jairo Rodriguez Saavedras in meiner Übersetzung.

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Wiederbelebung

Dienstag, 19. Juni 2012

Dieses Blog lag einige Zeit brach. Es wird jetzt wiederbelebt. Ich versuche, jede Woche einen Beitrag zu schreiben.

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Cultural Leadership International

Montag, 10. Oktober 2011

Ich wurde für das Programm Cultural Leadership International des British Council ausgewählt! Zusammen mit 46 anderen Kulturmachern aus Zentralasien, Ost- und Mittel-Europa und dem Nahen Osten, werde ich ein Jahr gefördert, Dinge zu lernen, die ich gerne lernen möchte und fahre zur Biennale nach Istanbul, um alle zu treffen. Ich habe vor, mehr über digitales Publizieren zu erfahren, über die Möglichkeiten, Kultur über und mit dem Netz zu machen, insbesondere, welche Erfahrungen die anderen Stipendiaten aus ihren Ländern zu diesem Thema mitbringen.

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Monotasking

Freitag, 10. Juni 2011

Ich wollte heute nochmal auf den Kulturpolitischen Bundeskongress gehen, der sich jedes Jahr serielle Titel gibt: ” X Macht Kultur”. Aber dann hab ich nur ein bisschen Twitter gelesen, weil ich so müde war.

2011 also ein Netz für ein X. Und ein Wlan im Konferenzraum, das nur hinter vorgehaltener Hand von den Hildesheim-Studierenden-Twitterern verraten wurde, die sich im Foyer um die Twitterwand in eine Art Steh-Halbkreis gebaut hatten und von dort aus die Twitter-Kommandozentrale bildeten. Der Hashtag war #kupoge, das Passwort weitaus sprechender für den katholischen Konferenzort. Es hieß: OMariaHilf!, mit Ausrufezeichen, ja, aber es hat trotzdem nicht funktioniert, lieber Gottvater, weil ich alles in Versalien schrieb. Die Tücken stecken im Detail.

Ist es also so, dass kulturpolitische Menschen und Politiker allgemein deshalb eher netz-fern sind, weil sie so oft vom Netz abgeschnitten sind, auch ungewollt? Man erfährt beim Podiumsgespräch einiger Mitglieder der Enquete-Kommission für die digitale Gesellschaft, dass im Plenarsaal des Bundestags Computer verboten sind, neulich hat jemand eine Rede vom ipad abgelesen, das war eine Revolution – und wohl auch Schleichwerbung. Man erfährt widerum, dass Oliver Scheytt, Prof. für Kulturpolitik in Hamburg, eine halbe Stunde pro Woche online ist, das twittert Arne Busse (@amprekord). Mir blieben nach dem ersten Tag mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen einige Worte im Ohr, wie die wunderschön altmodisch klingenden “Digitalisate”, von denen Kulturstaatsminister Bernd Neumann spricht. So stellt er sich also die Digitalisierung von Kultur vor: Abbildungen im Netz, Faksimiles von Büchern, Derivate, Kondensate, Europeanasate; kein Wort darüber, dass man vielleicht “andere Inhalte” braucht. Die Kosten für diese Re-Abbildungen können dann auch gerne Unternehmen tragen, wie etwa die Bayerische Staatsbibliothek, die nun mit Google zusammenarbeit, erläutert Neumann.

Die zwei großen Fragen, die sich bei mir weitertragen, sind:

  • die Aufmerksamkeitskrankheiten, die das Netz mit sich bringt, und die einen völlig anderen Umgang mit Kunst bedingen. Statt Versenkung vor einem Werk auf einem Altar in einem Kunstpalast gibts die Versendung, den Remix, das Sample des produsers. Statt des “Kunstspiels” (Gerhard Schulze), in welchem die Bildungsbürger sich in Gesprächen über Kultur ihres eigenen distinguierten Status’ versichern, gibts Game Art, Bastard Pop oder “culture of insignificance” für alle Nischen. Statt ästhetischer Urteile äußert man Erlebnis- und Gefühlsurteile (“Das ist super”, “Gefällt mir”.) Und das lässt sich als eine Rekompensation des digital Abwesenden verstehen: “Das Virtuelle drängt zum Physischen hin”, erkennt Gerhard Schulze: Beispiele sind die “Arabellion” in Nordafrika, Partnersuchportale und der Boom von Live-Konzerten. Problematisch wird es dann, wenn die Erlebnisse – im und außerhalb des Netzes -  uns überrollen. Wie schaffen wir es, nicht unterzugehen? Welche Techniken brauchen wir? Die Autorin Kathrin Passig dazu: “Monotasking ist die Fähigkeit der Vergangenheit, unkontrolliertes Schwimmen im Informationsstrom als Fähigkeit der Zukunft.” Ich bin mir nicht sicher, ob unkontrolliertes Schwimmen so gut tut, eher freies Schwimmen mit Freischwimmer im unkontrollierten Badesee. Jemand, der in Deutschland einen Swimmingpool mit einer Wassertiefe ab 1,60 Meter plant, braucht einen Bademeister. Mehr Freiheit, mehr Tiefe, weniger Bademeister. Umso mehr freut es mich, dass die Verfasser des Slow Media Manifest ein Slow Media Institut planen, toitoitoi!
  • dass die Reform des Urheberrechts dringend nötig ist. Denn nicht nur Künstler der digitalen Kunst begehen ständig “performative Urheberrechtsverletzungen” (Inke Arns), auch Nicht-Künstler verletzen ständig das Urheberrecht. Denn eigentlich ist jedes Verlinken eines Youtube-Videos eine Art rechtswidriger Nutzung fremder Gedanken. Und da wir das heutzutage alle machen (Wiederholen ist ein wichtiges Element heutiger Kulturtechnik, belehrte uns Mercedes Bunz), hat sich das Urheberrecht von einem Recht für Profis zu einem Recht mit übergreifender gesellschaftlicher Relevanz verändert (Jurist Till Kreutzer). Die Vorschläge reichen von einem fair-use-Modell wie in den USA, das transformierende Nutzung fremden geistigen Eigentums erlaubt, zu einem Leistungsschutzrecht, das immer den Urheber im Blick hat und sich nur auf gewerbliche Nutzung bezieht (Neumann), zu einem partizipativen, freiheitlichen Verständnis im Sinne des Informationsfreiheitsgesetzes (Thomas Krüger), wo alle Inhalte, insbesondere die über Steuergelder finanzierten wie die des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, allen zugänglich gemacht werden. In der Realität sieht es so aus, dass täglich vier Millionen Nutzer sich auf Plattformen wie der gerade als illegal gesperrten Video-on-Demand-Webseite kino.to Filme und Serien angeschaut haben und dass die meisten Urheberrechte bei großen Verlagen und Konzernen liegen. Wer schützt also heute den “produser”, den Produzenten und Konsumenten von Netz-Inhalt? Geht es nicht eigentlich eher um Datenschutz und Informationsfreiheit, die uns etwas kosten sollte? Schlussendlich und produktiv als Idee, weil eher einzelnen Nutzer ausgehen, sei noch die Kulturwertmarke genannt, die der Chaos Computer Club ausgearbeitet hat. Jeder Internetnutzer zahlt etwas mehr für seinen Zugang und erhält damit eine digitale Währung, die er Urhebern, die er schätzt, zukommen lassen kann.

Ich bin gespannt, wie sich Deutschlands (offizielle, Geld vergebende) Kulturwelt weiter mit dem Netz anfreundet. Wahrscheinlich ist das Netz schneller als die Institutionen, und wir haben dann einfach neue Institutionen. Press Esc. Wer über die digitale Gesellschaft der Zukunft mitbestimmen will, kann es zum Glück tun, denn die Enquete-Kommission hat eine Mitmach-Seite, die das Netzvolk zum 18. Sachverständigen ausruft.

PS. Twitterern, denen es sich zu folgen lohnt: @meta_blum, @weiszklee, @amprekord

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Co-Working schreibt man mit Bindestrich

Sonntag, 1. Mai 2011

Der erste Mai gibt traditionell den Medien Denkaufgaben zu der Lage der Arbeit in unserem Lande. Der Tagesspiegel veröffentlicht heute als Aufmacher des Kulturteils meinen Text unter dem guten Titel “Heraus zum ersten Mal”. Er wurde leider, aber natürlich sehr elegant, gekürzt. Die vollständige Version gibt es jetzt hier zu lesen, mit ein paar Links, die gibt es beim Tagesspiegel nämlich fast nie. Blogs als Service, ich sags ja. Die Frage, die ich mir gestellt hatte, war: Wenn Arbeit durch die neuen Medien immer körperloser wird, wie arbeiten wir dann zusammen?

Als ich noch bei einer Medienorganisation fest angestellt war, sagte einer meiner Kollegen manchmal, wenn wir uns vor der Kaffeemaschine trafen: „Ich mache heute Facetime.“ Dabei grinste er verschwörerisch und rührte Zucker in seine Tasse. Facetime, das ist das Codewort für: den Job absitzen, die Stechuhr rattern lassen. Körperlich anwesend sein, um auf die Stundenzahl zu kommen, die der Arbeitsvertrag verlangt – aber geistig abwesend. Ein Entspannungsmoment, der, wenn er zum Normalzustand wird, zur unproduktiven „inneren Kündigung“ verkommt.

Den aufrührerischen Unterbau dazu, der ein Bestseller wurde, schrieb vor ein paar Jahren Corinne Maier, leitende Angestellte in einem französischen Energiekonzern. Ihr Lob der Faulheit, „Bonjour Paresse“, 2005 auf Deutsch erschienen, rief dazu auf, sich durchzuschlawinern, Fünfe gerade sein zu lassen, sich bloß nicht für die Firma den Rücken krumm zu machen, denn die Firma sei nicht das Leben. Das Leben sei da draußen, woanders. Das gilt auch für die sich selbst ausbeutenden Selbstständigen. Der Kurator Chris Dercon schlug 2010 in einem vielbeachteten Interview in der Kunstzeitschrift Monopol in Anlehnung an eine Ausstellung von Ruth Noack, Schlaf als subversive Protesthaltung vor: „Irgendwo muss man anfangen, wenn man kein Zombie sein will. Warum fallen eigentlich alle vom Stuhl, wenn man das sagt?“

Im Mittelhochdeutschen verstand man unter „arebeit“ vor allem Mühe und Not. Auch heute klingt Arbeiten nach Strapaze, nach einer unangenehmen Verpflichtung, muss halt sein, Miete, Essen und so. Doch wer macht sich überhaupt noch buchstäblich den Rücken krumm? Der Buckel schmerzt vor allem vom Sitzen auf dem ergonomischen Bürostuhl. Vielen schmerzt die Seele: Unter Angestellten haben Depressionen und Burn-out von 2007-2009 um 46 Prozent zugenommen, der Leistungsdruck ist Schuld.

Was für ein Dilemma: Die einen sind die „Festen“ in Verlagen, Stiftungen, Firmen und werden krank vor Stress und Konkurrenzangst. Die anderen sind die „Freien“, Journalisten, Designer, Autoren, Berater. Auch sie werden krank vor Stress und Konkurrenzangst. Dabei hätten sie, als Flexible, Unabhängige die Möglichkeit, Arbeit anders umzusetzen. Das Problem: Sie sind unsichtbar, ihre Körper verstreut. Aber die Unsichtbaren werden immer mehr. (weiterlesen …)

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materialbezug

Mittwoch, 29. Dezember 2010

die decke nimmt dir keiner weg, du liegst
geschützt auf sieben matratzen, softskinprincess.
wie haben dich die jahre gerändert, jetzt
kocht dein kopf vor allem regionale speisen, hackt
kükenragout und lässt taten die tage begatten.
du glaubst, der goldene oktober schmückt sich nur für dich,
die einsam feierliche nachsaison, in der du deine sinne schärfst:
wörter effektiv benutzen, grimmsche schleifen winden
fürs geschenkpapier der sprache. ein prosperierender verein,
in 500 jahren von 300.000 zu vier millionen, aktive
wie passive mitglieder. alles ist im werden.

mit verben schlafen wir ein, mit dem lippenstift im mund.
dein finger und mein finger berühren sich wie michelangelos.

die krisen sperren wir aus, die energiefragen haben schon längst
die multis geklärt, die kostbaren erden kauft china.

dieser und drei andere neue texte erscheinen im nächsten poet-mag, nr. 10. ich freue mich! hier der link zur aktuellen nr. 9.

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Jazzgeigenmusik

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Seit heute blogge ich unter My Favourite Strings über alles, was mit Jazzgeige zu tun hat, weil ich festgestellt habe, dass es dazu eigentlich nicht viel im Netz gibt, bzw. das, was es gibt, ist überall verteilt. Die Geige ist immer noch ein eher seltenes Instrument im Jazz, was mich verwundert, weil sie eigentlich in jeglicher Volksmusik (sei es in Irland, den USA, in China oder Indien) gut vertreten ist. Entweder sie oder ihre Verwandten. Und Jazz ist zwar eine klassisch überformte Musikrichtung, aber eine, die sich ohne Folklore und populäre Einflüsse nie entwickelt hätte…

Der Name des Blogs ist eine Anverwandlung des Songtitels “My Favourite Things”, einem Song, den Julie Andrews im Musical “The Sound of Music” (Richard Rodgers, 1959) singt. Er ist in der Originalversion etwas überkandidelt, aber die Melodie, hach… Björk, Outkast, Barbara Streisand, Bobby McFerrin u.a. haben diesen Standard auch gecovert. Und eben John Coltrane:

Und der Text, der könnte ermutigender nicht sein. Er ist eine Hommage an die Dinge, die man mag. Wenn man mal anfängt zu zählen, was da alles ist auf dieser Welt, dann ist die schwierige Zeit schon fast wieder vorbei.

Raindrops on roses and whiskers on kittens;
Bright copper kettles and warm woolen mittens;
Brown paper packages tied up with strings;
These are a few of my favorite things.

Cream-colored ponies and crisp apple strudels;
Doorbells and sleigh bells and schnitzel with noodles;
Wild geese that fly with the moon on their wings;
These are a few of my favorite things.

Girls in white dresses with blue satin sashes;
Snowflakes that stay on my nose and eyelashes;
Silver-white winters that melt into springs;
These are a few of my favorite things.

When the dog bites,
When the bee stings,
When I’m feeling sad,
I simply remember my favorite things,
And then I don’t feel so bad.

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Info sur Tip

Montag, 22. November 2010
fusionblick

Mein erstes Reiseblog... gewidmet dem Strand mit dem merkwürdigsten Namen.

rentner

Einfach mal ausspannen... für jung und alt.

Schaut doch auch vorbei, im Frühlingsparadies Patalavaca, (mein erstes Reiseblog…), hier ist immer irgendwas los!

Club der Philosophen, jeden Mittwoch, spannende Doku auf Open Air Großleinwand mit anschl. Diskussionsrunde, Finca Buddha, El Salobre” oder “Spaß, der nichts kostet! Suchen Frauen und Männer, die Lust haben Petanque zu spielen. Ab 15 h sind wir in San Agustín, nb. Hotel Beach Club.” oder “Wer keine Lust auf Sport und keine Ausdauer für Diät hat, kann auch mit grünem Tee etwas abspecken.” oder “Feigen sind nicht nur lecker, in ihnen steckt auch viel Vitamin A, Kalzium, Magnesium und Eisen. Falls sie zu trocken geworden sind, einfach über Nacht in Wasser einlegen. Dann schmecken sie am nächsten Tag wie frisch vom Baum.” (aus: info sur Tip, 11. November 2010, 11 Jahre Gratis).

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lecciones de la vida

Dienstag, 2. November 2010

nachts höre ich eine trompete im park.
das licht spricht mit hellen tönen. ich spiele
mich selbst jeden tag besser. jeden tag wärmer.

bin ich (2)

in einer kooperation mit einem erzengel?
ich will meine seele nicht übers internet retten,
watching youtubegurus und screenmusix.
wenn die copy-pest alles frisst, weißt du,
was da wirklich ist.

*bedeutet: 2 menschen hat dieser satz gefallen

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verlass das hotel

Dienstag, 28. September 2010

die mitte ist jetzt ein hotel für touris und bankerpacks.
die hipster ziehen mit der ubahn in den süden, ohne masse. ich lasse
das alte sofa auf der straße stehen. komm, BSR, und lass mich
nicht allein, berliner stadt. reinigung muss sein. sie kommt
mit einem kran, und während ich von ferne schaue,
(du sagst: romantikerin), kracht unser perfekt auf die ladefläche. schrott
wird zu schrott.
nothing will come out of noting. ein obdachloser
schlief eine nacht darauf. eine internationale WG
wollte es als gästebett. aber, sorry, zu schwer.

mein haus ist kein hotel, die stufen meiner treppenpilgerfahrt
zwingen mich, ins helle zu denken, schattenzuboxn. seit 2008
hakt eine mandarinenschale im taubengitter, fad mit grau.
im geiste singt mir da ein meister der stille. summt om. wenn er kniet,
ruft ein mutiger fan hallelujah. die meisten klatschen im takt der videoleinwand,
obwohl sie wissen, es gibt keine erlösung, höchstens die möglichkeit,
mit tieren zu sprechen. nachts besuchen mich fledermäuse,
fliegende gänse, die meine augen suchen, fische, wasserratten,
die an meinen schuhen knabbern. tags umschwirren mich
meine gedanken wie mücken, und ein spatz kommt vorbei,
um die gerichte meiner mutter zu probieren.

fazit dieser erfahrung:

ich bin nicht unicef, ich war nie unicef.
dieser text kostet nichts außer ein herzklopfen.

….

tom bresemann, rery maldonado und ich lesen neue texte am freitag, 30. september, in der spukkommune. im rauchhaus. dort stellen sich alternative veröffentlichungsplattformen vor: editorial vox, milena caserola, el asunto und los superdemokraticos. organisiert von ausias.

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Liste

Sonntag, 16. Mai 2010

Das sind die Superdemokraten: (weiterlesen …)

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In mehreren Sätzen

Sonntag, 21. März 2010

Gehen tut gut und inspiriert. Das wussten schon Robert Walser, Walter Benjamin, Thomas Bernhard und die Literaturwissenschaftlerin Prof. Marianne Kesting in ihrer Abschlussvorlesung “Homme qui marche. Über Gehen und Imagination” an der Ruhr-Universität Bochum 1995. Daher statt einer Leseliste eine tabellarische Sammlung meiner Bewegungsabläufe auf der Leipziger Buchmesse, Satz für Satz, Stand für Stand, Halle für Halle.

Ich mag Schinken

Jede Messe braucht Jutebeutel: Dieser hier mit der Aufschrift "Ich mag Schinken" war leider etwas zu teuer.

- auf der Leseinsel der jungen Verlage verweilen, dem Marktplatz der jungen Literaturszene in Halle 5, Facebook in real-time. Ich würde mir wünschen, dass im nächsten Jahr eine Box drumherum gebaut wird, damit das Messerauschen nicht die Lesungen stört. Ich hörte Martina Hefter und ihren ersten, lang erwarteten Lyrikband “Nach den Diskotheken” (kookbooks) nur daher gut, weil ich in der ersten Reihe saß. Ron Winkler hat übrigens eine interessante Liste lyrischer Frühjahrs-Neuerscheinungen zusammengestellt.

- in das Bibelmobil einsteigen und wieder aussteigen: Die Kirche parkte einen Bus in Halle 5, in dem klassische und schräge Bibelausgaben wunderbar miteinander harmonierten. Highlights waren die Bibel in gerechter Sprache mit abwechselnd weiblichen und männlichen Personalpronomen für Gott, die Volxbibel in Jugendsprache (“Hey, lass uns zur Passaparty gehen”) und das Bibelblatt in Klatschpresse-Schlagzeilen: “Apocalypse now, tödliche Reiter unterwegs.”

- in Zettel’s Traum blättern: Sein Buch in acht Büchern, das Arno Schmidt selbst als nicht setzbar empfand, veröffentlicht der Suhrkamp Verlag im Herbst zum ersten Mal in Originalgröße als gesetztes Buch als Teil der Bargfelder Ausgabe – bisher existiert es nur als verkleinertes Faksimile. Daher hat das Werk einen eigenen Messestand verdient! In einer Rundfunksendung erklärte der Autor seine Zettelwirtschaft – die Schallplatten erschienen 1977 im S. Fischer Verlag.

ZETTELS TRAUM – der Titel natürlich – zunächst SHAKESPEARE. — Das ist Bottom, der große Weber, und ein Buch ist ja schließlich auch eine Art – Teppich oder Gobelin wenn Sie so wollen.

Es deutet natürlich auch auf die Entstehung aus lauter Zetteln hin. Es ist meine Art, viele in diesem Fall waren’s 120.000 Zettel zu sammeln – dann sorgfältig genau hintereinander passend zu montieren – und dann das Buch zu schreiben.

Wie passend, dass zum Manuskript im DinA-3-Format das Plakat zum Buch ebenso überdimensioniert ist. Darauf verschwindet Schmidt langsam im Wald. Ich habe es auf den verschiedensten Verkehrswegen nach Berlin importiert: zu Fuß durch die Messegänge, in der Tram nach Leipzig-Schönefeld zu meinen netten Gastgebern, mit dem Interconnex in die Haupstadt, auf dem Fahrrad in meinen Kiez.

- das Cover der aktuellen Strapazin-Ausgabe mit dem Herausgeber diskutieren: Ist ein Ast, der sich in ein rosafarbenes Astloch bohrt, ein eindeutiges Symbol für Sex? Das Comicmagazin widmet sich nämlich dem ewig präsenten Thema.

- Heimatgeschichte finden: Der beste deutsche Comicverlag Reprodukt hat mit Gift eine Bremer Stadtlegende in Kohlestift aufleben lassen: Gesche Gottfried, die Bremer Serienmörderin, die 15 Menschen auf dem Gewissen hat. Auf dem Bremer Domshof spucken die Menschen immer noch auf den Pflasterstein, auf den ihr gehenkter Kopf fiel.

- Kaffee trinken: einerseits ist da der Umsonst-Espresso am taz-Stand, aber noch besser ist der Lyrik-Kaffee am gemeinsamen Stand von Poetenladen (Andreas Heidtmann), Lettrétage Verlag (Tom Bresemann, Moritz Malsch), parasitenpresse (Adrian Kasnitz). Der E-Book-Reader Kindle wird hier zum Berliner Kindl umgedichtet.

Leander Wattig Leipziger Buchmesse 2010

Faxt du noch oder bloggst du schon? Leander Wattig erklärt im "Forum Zukunft" des Börsenvereins seine Erfolgsstrategien

- Werbegeschenke von Bloggern begutachten: Leander Wattig stellte sein Blog-Projekt Ich mach was mit Büchern vor, das die Verlagsbranche miteinander vernetzen will und als T-Shirt vermarktet wird. Es hat auf Facebook fast 2.000 Freunde. Studierende der Angewandten Literaturwissenschaft der FU Berlin verteilten Buttons mit dem Logo ihres Literaturbetrieb/Studiengangs-Blogs Litaffin, das Katy Derbyshire auf lovegermanbooks als “good german lit-blog” anpreist.

- einer Con Hon-Zeichnerin zusehen: Con Hons sind “Convention Books”, in denen Manga- und Anime-Fans kleine Skizzen ihrer Lieblingszeichner sammeln, Kostenpunkt pro Skizze ca. 2 Euro. In Halle 2 bekommt man einen Eindruck von der kreativen Energie dieser Szene: Kostüme, Frisuren, Fiktionen selbst gemacht.

- lesen bei der 10-Jahres-Jubiläumslesung der Lyrikedition2000: Der aristokratischste Ort in Leipzig, das Gohliser Schlösschen, beherbergt jedes Jahr die Lyrik: Gedichte vor Ölgemälden, unter Deckenbemalungen und Lüstern, neben Goldleisten, auf knarzenden Dielen. Hier wird die Poesie geehrt. Herzlichen Glückwunsch!

- die Party der Jungen Verlage besuchen: Der meist wiederholte Satz rund um die Leseinsel (siehe oben) war “Wir sehen uns ja später auf der Party”. In der Alten Post feiern die jungen Büchermacher – daher weht auch ein leichtes Schulpartyflair durch die ansonsten sehr berlinisch-postindustriellen Räumlichkeiten – aber auch normale Leser (die sich selbst so nennen) treiben ihr Unwesen. Sie pirschen sich von hinten heran und fragen: “Kann es sein, dass ihr schon seit einer Stunde an dieser Stelle steht und euch nicht bewegt? Seid ihr Verleger?”

Wir stellen uns mal woanders hin.

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Die Heilige Pizza

Freitag, 8. Januar 2010
St Pizza

Mit St. Pizza durch den Winter - in die Zukunft.

Jetzt sind die Feiertage vorbei, auch die heiligen drei Könige sind am 6. Januar angekommen und am 7. wieder fortgezogen, und ich lese überall, völlig eingedeckt mit winterlicher, postweihnachtlicher Wahrnehmung, nur noch Santa, Santa. Der die das Heilige trage ich derzeit mit mir als einen wahrhaftigen “Virus des Geistes“. So bezeichnet der US-amerikanische Programmierer (und ehemaliger Assistent von Bill Gates) Richard Brodie Mini-Gedankeneinheiten. Diese Meme verselbstständigen sich und lassen uns nicht mehr los. Mit Brodie gesprochen, sind die Kulturen am erfolgreichsten, welche die am einfachsten zu kopierenden Meme produzieren. Kopieren ist also eine Kulturtechnik. Man muss nicht das Rad, das Internet, das Feuer neu erfinden, nein, man kann es einfach mit sich tragen, immer wieder vervielfältigen, und schon, schwupps, ist Kultur, sind Kulturen erfolgreich. Überforderung à la Schirrmacher adé, Wiederkauen ist angesagt. Nichts anderes machen doch die sozialen Netzwerke: Sie helfen uns, unsere Ideen anderen mitzuteilen, uns zu wiederholen, unsere Meinung, unsere Entdeckungen zu vervielfältigen. Wie schon der Volksmund sagt “Wiederholung ist die Mutter des Studierens” (Repetitio mater studiorum). Ganz klar, Pizza ist auch ein Mem. Ich bin mir sicher, von Santa Pizza werden wir in Zukunft noch hören… Guten Appetit. – So richtig zukünftig zünftig wird es übrigens ab heute beim Jean Luc Think Tank im Hebbel am Ufer, guests welcome! Bericht folgt.

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Das erste praktische Jahr

Donnerstag, 31. Dezember 2009
Filmheft La dolce vita_klein

War das ein süßes Jahr? Wenn nicht, wird das nächste wunderbar. (Fotomotiv: Filmheft-Coveraus der Sammlung Friedrich, Bremen).

Vor einigen Jahren fing ich an, Jahreswechsel mit einer Art Motto für die kommenden 365 Tage zu schmücken. Es gab das Jahr des Kitsches (nach dem Millennium große Gefühle zelebrieren) und zuletzt das Jahr der Harmonie – das dann natürlich nicht wirklich harmonisch war, bis auf die Tatsache, dass ich mir schlichtes weißes Geschirr gekauft habe, was zumindest für Farbharmonie sorgt. Dieses Jahr sollte Mein praktisches Jahr werden und ich wollte endlich drei Dinge lernen: Drucken, Gärtnern, Nähen. Zu oft überkam mich nämlich das Gefühl, nichts anderes zu können außer reden, lesen, schreiben – Reihenfolge unerheblich. Daher ist nun die Zeit gekommen, ein Fazit zu ziehen, einen Schluss-Stich, auf dass 2009 in sich zusammensackt. Was war so praktisch an diesem Jahr? Was bleibt? Hat es seinem Namen alle Ehre machen könnten? Meine persönlichen Praxis-Top-10 könnten darauf eine Antwort sein. Hier sind die Dinge, die ich jetzt kann, die ich vorher nicht konnte.

1. Drucken! Danke an Hugo Hoffmann und an alle Workshop-Beteiligten Alejandra del Rio, Bärbel Krenz, Edmundo Bejarano, Rery Maldonado, Ron Winkler, Tom Bresemann. (Auch mein zweiter Lyrikband wurde gedruckt, aber on demand).
2. Powerpoint-Präsentation. Mein Germanistik-Studium verlangte mir nur Handzettel ab, jetzt bin ich im Heute angekommen.
3. Mit dem Rauchen aufhören. (Hier muss ich den Rauchern danken, denn ohne euch Raucher, die ihr mir in der Endphase keine Zigaretten gegeben habt, wäre es nicht möglich gewesen!)
4. Plugins installieren – ok, das ist nicht so schwierig, aber ich kanns jetzt, Danke fürs Abgeben, Viktor!
5. Audioslideshows erstellen (archivieren ist dagegen schwieriger)
6. Zierkürbissuppe kochen – nicht zu empfehlen, schmeckt nicht, riecht aber gut.
7. Auf Spanisch für Facebook schlechte Gedichtzusammenfassungen schreiben (Danke, Festival de Poesia Rosario, Argentina)
8. Shoppingberaterin sein (war wirklich nie meine Lieblingsbeschäftigung, aber führte zu großen Erfolgen bei Mutti, Sista und Freundinnen)
9. Bloggen mit Technik (iphone und Flip, thanks to European Journalism Centre), da ist auch noch mehr drin…, oder, Andreas?
10. drei Tocotronic-Songs auf Gitarre (Steigerung zu 2008: 200%). Noch besser war eigentlich die spontane nächtliche Folk-Stunde mit Bruce-Springsteen-Klassikern im Trio mit Schneider & Oberländer, was aber so unwiederholbar ist, so einmalig, dass ich es eigentlich nicht als Praxis-Erfahrung aufführen kann; stattdessen vielleicht das Kammermusizieren mit den Herren Kallmeyer, Darius und Jochen).

Natürlich war die praktischste Entscheidung in diesem Jahr, diese Blogmacherei zu gründen. Ich wünsche ihr daher ein gutes nächstes Jahr und freue mich auf alle Kooperationen, Herausforderungen und Partnerschaften! Wer für 2010 passende Motti-Vorschläge hat, darf sie mir gerne zukommen lassen. Ich denke, es wird Das Jahr der Bewegung. Mehr Sport ist die Devise. Mehr Sport in der Natur. Sozusagen das zweite praktische Jahr. Kommt alle gut rein! Glück auf!

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Vom Himmel her, ihr Englein kommt

Donnerstag, 24. Dezember 2009
Happy Sailor Musical Angel

Besinnlichkeit mit Bewegung: Merry Christmas-Wellenreiten auf dem norddeuschen Karussellklassiker Happy Sailor, Weihnachtsmarkt Bremen.

Ich wünsche allen Blogmacherei-Lesern, -Mitmachern und -Unterstützern, allen Bloggerinnen und Bloggern, allen Engeln und Geigen, allen Weltmeeren und Matrosen, allen, die unterwegs sind, und allen, die ankommen, ein wunderschönes Fest.

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Information zu verschenken

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Alle rätseln derzeit über Sinn und Unsinn von paid content, auf hässlichem Deutsch auch Bezahlinhalte genannt: Rupert Murdoch will den Inhalt der Medien seines Verlagshauses, unter anderem der britischen Tageszeitung The Times, nicht mehr per Micropayments verkaufen, sondern 24-Stunden-Abos für den Zugriff auf die Webseiten loswerden. Und in Deutschland fragen sich alle: Wer macht hier den ersten Schritt? Wer schlägt zuerst die Tür zu und bittet um Eintrittspreise zu Online-Inhalten? Sicherlich sitzen die Controller da und rechnen und rechnen. Eine Umfrage der Marktforschungsgruppe GfK (im Auftrag des Wall Street Journals) stellte fest, dass nur 12 Prozent der westeuropäischen Online-Leser sich vorstellen könnten, fürs Online-Lesen zu zahlen. Sollen die Verlage Risiko fahren? Eventuell würden die Einnahmen durch 12 Prozent zahlende Kunden reichen, um einen Minibetrieb aufrecht zu erhalten. Alle anderen 84 Prozent würden zu noch kostenfreien Angeboten abwandern. Und diese könnten durch gesteigerte Klickzahlen mehr Einnahmen durch Werbung erzielen. Sind das die beiden einzigen Modelle? Alles oder nichts? Gibt es keine Mischkalkulation?

Preisfrage: Wer einmal etwas kostenlos verschenkt hat, kann nicht auf einmal einen Obolus nehmen – oder doch? Gestern, beim Weihnachtsgeschenke-Suchen, nahm ich mir aus einem Secondhand-Laden in der Rosenthaler Straße die Jubiläumsausgabe des Intro-Magazins mit. Dieses Musikmagazin existiert seit 18 Jahren kostenlos, ist jetzt, laut eigener Aussage, “erwachsen” geworden und wird ab kommendem Jahr teurer, 18 Euro im Abo. Im Heft finden sich diverse Gewinnangebote (Konzerttickets, Durex-Gleitgel, Sneaker, Messerboxen, Handys, Filme, Surfboards…), dezent versteckt, aber auch der zweiseitige Fragebogen zur “knallharten Abrechnung”: Intro bewerten, aber auch Daten wie das durchschnittliche Monatsnettoeinkommen angeben. Wer das tut, kann was gewinnen. Dieses Magazin gibt also etwas frei heraus – Musikkritiken, Rückblick auf die Nuller Jahre, Modetipps, Game-Kritiken, Gewinne, Gewinne, Gewinne -, um dadurch den Leser zu überreden, private Daten herauszugeben. Und weil die Leser schon 18 Jahre dabei sind, hofft Intro wohl, sie nicht wegen ein paar Euro zu verlieren. (Einen ähnlichen Weg ging in diesem Jahr ein französisches Satire-Magazin Bakchich. Es war bisher nur online zu lesen – kostenlos -, ging dann in den Druck und kostet jetzt 50 Euro im PDF-Jahres-Webabo, 70 Euro im Printabo, 90 Euro im Print- und Webabo.)

Eine andere Zeitschrift, eine Frauenzeitschrift, nennen wir sie Glämour beschenkt die geneigte Käuferin mit eingeklebten Pröbchen, Gewinnspielen und Multimedia, z.B. itunes-Weihnachtsliedern. Die Kundin kauft also Werbung (jede zweite Seite) – und bekommt dafür (Werbe-)Geschenke. (Zur Erinnerung: Intro verschenkt die Information – und bekommt dafür gewollte Information).

So, liebe Medienhäuser. Was verschenkt ihr denn weiterhin und was wollt ihr haben? Bald ist Weihnachten! Wer Top-Artikel (Meinung + schöne Bilder + special interest + was nicht alle haben) verschenkt, ob online oder gedruckt, erhält die Gunst der Leser und ihre Spendenfreude. Es geht nur mit Vertrauen, in Mikro-Schritten und mit guten Ideen.

PS: Bei Carta lesen sich aktuell Robin Meyer-Luchts Thesen zu Wettbewerb (vs. Mathias Döpfners Kommunismus-Verständnis).

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Auf ein Wort

Sonntag, 8. November 2009

Manchmal reichen wenige Worte aus, um Geschichte zu schreiben: “Wir sind das Volk”, riefen im Herbst 1989 die Demonstranten in Leipzig und andernorts. Sie riefen: “Die Mauer muss weg.” Vier Wörter. Damit schlägt das revolutionäre Fußvolk in der Kategorie “very short story” die “Six-Word-Memoirs“, ein Blog des US-amerikanischen Smith Magazines. Aber natürlich lässt sich aus dem 20-jährigen Jubiläum auch eine Sechs-Wörter-Geschichte stricken:

Die Mauer ist weg. Was noch? / 1990 hat man sich Trabis geschenkt./ Was machst du am 9. November?

Ergänzungen erwünscht! Andere kurze und kurzweilige Mauernachrichten finden sich auf der Berlin Twitter Wall, die kurzfristig von chinesischen Twitterern benutzt wurde, um auf Zensur in ihrem Land aufmerksam zu machen – so dass China die Seite sperrte und Reporter ohne Grenzen protestierte. Aber nicht nur um das Internet werden Mauern gebaut. Der Exberliner, Sprachrohr der in Berlin lebenden englisch-sprachigen Expats, will gar mit einem Festival vom 13. bis 15. November im Stattbad Wedding ganz Berlin vor schlechter Architektur und menschenunfreundlicher Stadtplanung retten und Berlin als kreativen Ort feiern: Save Berlin, fordern sie. Sie bieten “Extrem-Basteln“, ein Bankett mit “home-made food”, einen Souk-Basar, wo sich Berliner Kleindesigner und Vintage-Verkäufer vorstellen, Konzerte, Filme, Gespräche, und vor allem eine Kunstausstellung. Das Slab Mag – das “heuristic magazine for gonzo blurbanism” – will bei der Podiumsdiskussion mit dem Aufruf “Serve Berlin” kontern, so jedenfalls kündigt es einer der Slab-Herausgeber, Ian Warner an.

Auch mit zwei Wörtern kann man in Berlin viel sagen.

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Westalgie, verpasst

Sonntag, 8. November 2009
Schöner Feiern in Duisburg

Tag der Einheit in Duisburg, leider verpasst.

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Zuse war ein Kreuzberger

Donnerstag, 22. Oktober 2009
Zuse Gedenktafel

Oder besser: Der erste Computer der Welt war ein Kreuzberger.

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#btw09

Sonntag, 27. September 2009

Hochrechnung um 18.14 Uhr: Union 33,4 / SPD 22,7 / FDP 14,8 / Linke 12,5 / Grüne 10,6 / Piraten 2,1

ZDF-Hochrechnerein

Hochrechnerin. In Twittergrün, am ZDF-Tisch.

Erste halbe Stunde nach Hochrechnungen: Twitterlesen ist besser und schneller als Fernsehen! Alle 10 Sekunden kommen 60-80 neue Tweets. Auf Twitter ist die Stimmung schlecht, viele wollen nur noch „kotzen“ und in den Keller gehen. Ins Bett. Auswandern. Hier eine Zitatcollage als erstes Stimmungsbild:

„Schwarzgelb ist eine Warnfarbe“ und „Willkommen im Überwachungs- und Atomstaat!“. Dass Angela Merkel (CDU) Kanzlerin bleibt, erscheint als Unausweichlichkeit, wird kaum diskutiert. Besonders an der Person Guido Westerwelle (FDP) entlädt sich der Frust: „Viel Spaß mit Guido!“ „Oh, Gott, Westerwelle als Außenminister.“ „Die soziale Kälte kommt, der große deutsche Egotrip.“ Dass mit Guido der erste homosexuelle Vizekanzler gewählt wurde, freut allerdings viele. Sie sehen bei der #btw13 schon eine rot-rote Koalition mit Wowereit als Kanzler. (weiterlesen …)

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