Archiv für Oktober 2012

Kilos, ungelesen

Dienstag, 16. Oktober 2012

Nun ist sie vorbei, die Frankfurter Buchmesserei, und ich habe mir wieder mehrere Kilo von Leib gelaufen, dafür aber auch wieder mehrere Kilo Literaturbeilagen mit nach Hause gebracht. Nach all diesem Hin und Her könnte ich jetzt gut eine Maschine gebrauchen, die das Gewicht der Beilagen ausrechnet und in daraus erwünschte Bücher umwandelt. Dann hätte ich jetzt:

- die Cantos von Ezra Pound in neuer Übersetzung von Eva Hesse und kommentiert von Heinz Ickstädt und Manfred Pfister, bibelschwer

- Indigo von Clemens Setz, weil alles, was ich dazu lese, mich immer neugieriger macht, ein klarer und seltener Fall: feuilletonüberzeugt

- Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse von Thomas Meyer, erschienen im Zürcher Salis Verlag, geschrieben in einem deutsch-jiddischen Kauderwelsch, scharmant

- Wolf Haas’ neues Buch Die Verteidigung der Missionarsstellung, aus dem er in einem Gespräch mit Ernst A. Grandits am 3-Sat-Stand auswendig vortrug, rezitierend (er kann 30 min. seiner Bücher auswendig)

Es werden zu viele Kilos…. Denn da sind auch noch die neuen Bücher von Tilman Rammstedt (“Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters“), der überlebensgroß am Dumont-Stand hing, und von Nora Bossong (“Gesellschaft mit beschränkter Haftung“), die die schönsten Kleider des Literaturbetriebs trägt, außerdem möchte ich endlich ein Buch des alten Herrn Ernst Augustin haben. Und Margarete hat mich in ihrem taz-Messeblog ganz neugierig auf Bambi von Felix Salten gemacht. Mit Ronald, Redakteur bei den Literaturen, teile ich das César Aira-Fantum, dabei fiel mir ein, dass ich gerne mal wieder etwas von ihm lesen würde, nicht nur dieses Interview hier. Eigentlich könnte ich mich nach einer Messe in eine Lesehöhle vergraben und bis zur nächsten Messe nicht mehr rauskommen.

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Zwei Gratistage

Sonntag, 14. Oktober 2012

Interessiert vielleicht nicht jeden, aber für alle, die auch selbst publizieren wollen, hier mein zahlenlastiger, prosaischer Bericht von Tag 2 des kostenlosen Ebookverkaufs auf Amazon: 328 heruntergeladene Exemplare, drei Leserrezensionen, davon zwei von mir unbekannten Leuten, die beide eine Fortsetzung wollen. Platz 70 in den Top 100 “kostenfrei im Kindle Shop”, Platz 34 in der kostenlos-Rubrik “Belletristik”, Platz 9 bei “Humor” und nicht zu finden bei “Kurzgeschichten und Anthologien”. Wahrscheinlich wird die Platzierung nicht nur über die Gesamtsumme der Exemplare berechnet, sondern über einen Steigerungsquotienten. Wenn ich von 0 auf 101 Exemplare (am ersten Gratistag) steige, ist das eine extremere Steigerung als von 101 auf 328. Daher bin ich in der Humor-Rubrik wieder gesunken.

Nachdem meine Gratis-Aktion beendet war, habe ich zwei weitere Bücher verkauft, bin auf Rang 19.331 im Amazon Kindle Store gerutscht. Und habe auf der Frankfurter Buchmesse gleich am kindle direct publishing-Stand in Halle 8.0 nachgefragt, was ich denn jetzt so tun kann. Atif Ratiq, General Manager, war sehr freundlich und auch amerikanisch-begeistert “oh, that’s great, Nikola”, aber so richtig konnte er mir nicht helfen.

- Ich brauche einen Algorhythmus, der den Erfolg der Gratisaktion irgendwie zumindest einen Tag auf die Verkaufsversion umrechnet. Sonst bringt es mir nichts, etwas zu verschenken

- Ich brauche eine Funktion, die alle diejenigen, die das Buch gratis heruntergeladen haben, darüber informiert, dass ich eine Fortsetzung geschrieben habe (falls ich das tue)

Atif Ratiq meinte, beides käme bald, aber ein genaues Datum könnte er nicht sagen. Ich fragte: “In diesem Jahr oder im nächsten?” “Wahrscheinlich in diesem.” Na, bitte. Schaun wir mal. Bis dahin probiere ich auch andere Selfpublishingplattformen aus.

Nachtrag: Habe gerade unter den für den Virenschleuderpreis eingereichten Marketingkampagnen im Literaturbetrieb folgende Gratis-Aktion-Berichterstattung gefunden. Tina Folsom hat den Verkauf ihrer Vampirromane durch das Angebot eines kostenlosen Serienteils ziemlich gesteigert.

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Platz 6 mit Humor

Dienstag, 9. Oktober 2012

Inspiriert von Johnny Häuslers erfolgreichem und wirklich lesbarem Selbstexperiment, einfach mal ein Ebook zu produzieren und zu schauen, was passiert (ok, so einfach ist es nicht, man muss schon alle seine Freunde und Bekannte zuspammen), hab ich gestern eine meiner Kurzgeschichten auf Amazon angeboten. Und vorher mit Basis-Designwissen ein trashiges Cover aus einem Urlaubsfoto gebastelt. Gestern fanden das zwar viele auf Facebook toll, aber ich verkaufte nur zwei Exemplare.

Heute bin ich auf dieses windige Amazon-Angebot angegangen, das Buch 90 Tage exklusiv nur bei ihnen anzubieten und es in das Ausleihprogramm mit aufnehmen zu lassen. Das funktioniert meines Wissens erst in den USA, und ich kann als Autorin nichts verdienen, wenn mein Buch ausgeliehen wird. Aber: Ich kann Anteile am Amazon-Fonds erwerben, der sich pro Monat auf 600.000 und bis Ende 2012 auf 6 Millionen Dollar beruft. Ich glaube kaum, dass jemand in den USA mein Buch ausleihen wird, außer vielleicht irgendwelche christlichen Fundamentalisten deutscher Abstammung, die denken, ich habe über die Pilgerreise meines Freundes in den Vatikan geschrieben. Gut an diesem Angebot ist aber, dass ich das Buch fünf Tage lang kostenlos anbieten kann. Und siehe da: Nach einem Tag plus Twitterei, Facebookerei und Mailerei finde ich es in der Rubrik “Humor” auf Platz 6. Die heruntergeladenen Exemplare wurden immer dann mehr, wenn ich  auf den kostenlosen Download hingewisen habe. Ohne digitalen Wirbel gehts also nicht. Und der ist ganz schön nervenaufreibend. Klick hier, klick da, hier was checken, da was aktualisieren… Puh. Insgesamt hab ich 101 Exemplare verschenkt.

Nun frage ich mich natürlich, was passieren wird, wenn ich das Buch auf einmal wieder kostenpflichtig anbiete. Rutsche ich dann aus der Gratis-Bestsellerliste heraus? Oder automatisch in die Bezahl-Bestsellerliste?

Da ich mir nicht sicher war, ob in meinem Leser- und Bekanntenkreis überhaupt Kindle-Bücher heruntergeladen werden (können), ob also überhaupt die Geräte- und Techniklage es erlaubt, bin ich nun belehrt worden. Ja, es wird gemacht. Und ich könnte mir vorstellen, dass, wenn ich einen anderen Shop benutzt hätte, es auch funktioniert hätte.

Nachtrag: 22 Uhr, die Schnapszahl 44 zeigt den Papst bei den Top 100 in der Groß-Rubrik “Belletristik”:

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Mein erstes selbstpubliziertes Buch

Samstag, 6. Oktober 2012

Ist eine kurze Kurzgeschichte, die “Mein Freund und der Papst” heißt. Sie ist seit gestern über Amazon als Ebook zu erwerben, eventuell stelle ich sie auch noch in anderen digitalen Shops hinein. Allerdings ist sie wirklich sehr kurz, nur ein paar Word-Seiten, und ich wollte einfach mal sehen, wie schwierig es ist, selbst zu publizieren. Es ist einfach! Schwierig war nur, die richtigen Kategorien auszusuchen. Ich habe die Geschichte in den Rubriken “Belletristik: Kurzgeschichte” und “Belletristik: Humor” kategorisiert, es wäre auch “Religion” oder “Erotik” in Frage gekommen. Bisher hat sich ein Exemplar verkauft, ich habe also ein paar Cent verdient. Aber leider bekomme ich meine Tantiemen erst überwiesen, wenn sie mehr als 10 Euro betragen.

Also, KAUFT!!

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