Archiv für März 2011

Manifestos!

Donnerstag, 24. März 2011

Wenn Gruppen sich zusammentun und zusammenschreiben, entstehen hier und da Manifeste. Manifest-Großeltern Marx und Engels würden sich bestimmt freuen, dass das politisch-literarische Fordern wieder auflebt: “Ein Gespenst geht um in Europa, es ist der Manifestismus“. Meine Mini-Analyse für den Guardian liest sich hier.

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The return of sorry

Sonntag, 13. März 2011

Germany’s resigned defense minister zu Guttenberg has apparently just sent an apology letter to all research assistants in the German Bundestag. From material they had put together for him as part of the governmental service, he had copied without quoting them, and thus produced a mash-up of a more than 400 pages long dissertation. A week ago he apologised publicly, saying sorry for having made mistakes after weeks of public debate about plagiarism, honesty and academic standards. A few days before, in his defense speech in front of the German government, still not ready to leave his post, he had been so audacious proposing that his humble behaviour of saying sorry could serve as a model for everyone in this country. So: Is there a come-back of saying sorry? What if, in this world of ever so many possiblities, we cannot count on our acts anymore? If there is no point of reference anymore to stand on, we need to at least be honest when we have made a mistake, zu Guttenberg seems to say. His philosophy is simple: Replacing decent action with a decent apology.

What for? Let me guess, that he wants to step back onto the political stage again in a few years time as a remorseful refined man. The first step on a new path is a hearty sorry. And this, as we know, is the common dramaturgy be it in old myths or in new blockbusters. The fallen hero embraces his faults and can then return, shimmering with new credibility. Stronger than before, better than before. Bigger, brighter, unvincable. This is why zu Guttenberg in his abdication speech quoted (without naming the source, of course) from Star Wars “The Wrath of Khan”. The story of Khan goes like this: a genetically modified Uber-Mensch leaves his exile and then returns, seeking revenge.

The only difference: Politics is not an epic art world, you cannot cut out stupid scenes or badly written paragraphs and rewrite the piece. Life is not based on a movie script, neither political life. You cannot say: “Oh, I’m sorry, I just wasn’t sure when signing this contract about 10 nuclear power plants, I apologise for it.”

But maybe we cannot draw the line anymore, between fake and fiction. A phrase regarding contraception, another form of prevention, comes to my mind. “Better to be safe, than sorry.” Better to think and reflect about your actions, before saying sorry.

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Lila und gelb

Dienstag, 8. März 2011

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Ich habe mal wieder einen Schreibtisch im Haus der Berliner Festspiele bezogen, ich, die moderne Wanderarbeiterin. Von hier beackere und besiedele ich nun mein aktuelles Feld, das Theatertreffen-Blog 2011. In diesem Jahr ist so einiges anders: Wir suchten vor allem Kulturblogger und wollen damit die Kulturdebatten im Netz, die schon vielerorts stattfinden, bündeln und stärken. Und wir bloggen schon im Voraus, bevor das Festival im Mai beginnt, direkt von den Büroetagen aus, von dort, wo die Veranstaltungen geplant, diskutiert und koordiniert werden. Daher ist das tt-Blog nun schon im März im neuen Gewand zu sehen, in den Farben lila und gelb. Die Vorfestival-Phase hat begonnen.

Der erste Gastbeitrag kommt von Iris Laufenberg, der Leiterin des Theatertreffens. Pünklich zum Frauentag fragt sie sich, was der uns eigentlich brachte, in den 100 Jahren, die er in diesem Jahr Geburtstag feiert.

Sobald die Blogger feststehen und das Plakat, ändert sich das Blog noch einmal und betritt die “Festival-Phase”.

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Floristisches Emoticon

Freitag, 4. März 2011

Wie gratuliert man eigentlich einem Blog? Kommentare schreiben, floristische Emoticons  wie dieses hier >— entwickeln, überall verlinken? Ich versuchs mal mit einer kleinen Blog-Umschau und Presseverlinkung:

Im Februar feierten Studierende des Masterstudiengangs Angewandten Literaturwissenschaft, in welchem ich einen Lehrauftrag für das Modul “Neue Medien” habe und in meinen Seminaren praktisch und theoretisch kulturelle und literarische Netzthemen sowie Grundlagen des Bloggen vermittle, den 1-jährigen Geburtstag ihres Literatur- und Literaturbetriebsblogs Litaffin. Ich freue mich sehr über den universitären Pressewirbel, der um dieses Blog entstanden ist: Interview im Studierenden-Magazin Furios – was übrigens wirklich ein sehr gut gemachtes Magazin ist, mit einer durchdachten Themendramaturgie, Interviews, Meinungstexte, Kolumnen, Reportagen, Veranstaltungstipps, und einem eigenem Blick auf das Hochschulleben (Massenuni ist das aktuelle Thema), und Bericht auf campus.leben, dem Online-Magazin der Freien Universität.

Sehr lesenswert auf Litaffin finde ich die thematischen “Blog-Rundschauen”, eine zu E-Books, eine aktuelle zu Buchcovern.

Weitere universitäre Webprojekte an der FU sind das Magazin 360 Grad, das “studentische Magazin für Politik und Gesellschaft”, das Blog Notes of Berlin, in welchem ein FU-Student seine Fotos von urbanen Kleinanzeigen hochlädt (Tipp über Gisela Gross), die FU Userblogs, in denen Wissenschaftler ihre Forschungen vorstellen können. Allerdings scheint das kaum jemand zu nutzen, die Blogroll enthält nur vier Blogs, von denen zwei schon stillgelegt sind sind. Und schlussendlich das Blog von Elke Brüns, wissenschaftliche Mitarbeitern an der FU: Sie bloggt über kulturelle und soziale Konstruktionen von Armut auf Gespenst der Armut. Ein klares, kluges Themenblog.

Wer noch andere FU-Blogs kennt: Weitere Hinweise sind sehr willkommen!

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Frühjahrsrundschau

Freitag, 4. März 2011

Superdemokraticos Orange CoverMein Frühling ist einer mit vielen Seiten. Ja, gedruckte Seiten. Es erscheint das Superdemokraticos-Buch, das Rery Maldonado und ich zusammen herausgeben, im Verbrecher Verlag, worauf wir unglaublich stolz sind: Kurzessays von 26 Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Lateinamerika und dazu auf mehr als 20 Seiten das ultimative superdemokratische Glossar von “Aktivismus, einsamer” bis “Zungen”, Wörter, die die superdemokratischen Autoren zur Beschreibung unserer super-vernetzen Realität benutzen und definieren. Wir sind überzeugte Anhängerinnen von literarischem Aktivismus, die Idee dahinter veröffentlichen wir bald auf unserem Blog. Alle Hippies von Berlin laden wir herzlich zu unserer Buchpremiere in die Verbrecher-Versammlung im Monarch, am 26. April, 20.30 Uhr ein, zur LSD-Party. Wer psychedelisch gekleidet kommt, erhält freien Eintritt. Nach der bewusstseinserweiternden Lesung gibts psychedelische Musik von den DJs Koalblao und Patx. Vorher stellen wir uns der Leipziger Öffentlichkeit vor: Wir lesen am 17. März von 11-12 Uhr auf der Leseinsel der Jungen Verlage, Buchmesse.

Konfliktkulturen Cover

Damit nicht genug, denn noch ein Manuskript erblickt bald das Licht der Regale: Ich habe, unterstützt von René Hamann, einen Essayband redaktionell geplant und lektoriert, der im April im Steidl Verlag erscheint, herausgeben vom Goethe-Institut und dem Institut für Auslandsbeziehungen. Die Buchpremiere zu den “Konfliktkulturen” findet am 12. April in der ifa-Galerie, Linienstr. 139, Berlin statt. Ich moderiere das Gespräch zwischen zwei Autoren des Buches, der Choreographin Helena Waldmann und dem Autoren Hamed Abdel-Samad, sowie dem Generalsekretär des ifa, Ronald Grätz und Christoph Bartmann, Leiter der Abteilung “Kultur und Information” im Goethe-Institut. Der zweite Band ist bereits in Planung, er erscheint im Herbst, auch bei Steidl.

Auch journalistisch hab ich mich ein wenig betätigt: Ich habe den jungen Deutsch-Ägypter Ramy Mostafa porträtiert, der mir bei den Berliner Demonstrationen zur Solidarität mit den ägyptischen Protesten auffiel, im Freitag und auf Superdemokraticos. Und wer lieber Lyrik mag: In der Neuen Rundschau 4/2010 erschienen meine Übersetzungen eines Gedichtzyklus der argentinischen Autorin Cecilia Pavón “Ein Gedicht mit 27 Namen”, einige meiner neuen Gedichte sind im Poet Nr. 10 zu lesen.

Jetzt aber Schluss mit dem Werbeblock. Aktuelle Leseempfehlungen: Herfried Münkler über “Nachbarschaft, Freundschaft, Partnerschaft” im Merkur. Und natürlich Tschick, der großartige Road-Roman von Wolfgang Herrndorf, im Interview erklärt der Autor seine lässigen Formatwechsel (mal Jugendroman, mal Thriller, mal Science Fiction) in der FAZ.

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